Lauscha – Stadt der Weihnachtskugeln

Lauscha – Stadt der Weihnachtskugeln

Bis heute ist der Name der Stadt Lauscha untrennbar mit einem der schönsten Accessoires für den traditionellen Weihnachtsbaum verbunden: Hier wurde die Christbaumkugel erfunden, und hier wird sie bis heute nach traditionellen Verfahren der Glasbläserkunst hergestellt. Jahr für Jahr zieht der Lauschaer Kugelmarkt in der Vorweihnachtszeit begeisterte Besucher an, die sich dort einen Einblick in diese hohe Kunst verschaffen wollen. Bis heute gibt es einige Hersteller, die sich auf die traditionelle Herstellung von Weihnachtskugeln spezialisiert haben und die diese schöne Kunst aufrecht erhalten.

Die Christbaumkugel wurde in Lauscha erfunden

Die Weihnachtsbaumkugel, wie wir sie heute kennen und lieben, wurde etwa um das Jahr 1848 erfunden. Nach der Überlieferung kam ein verarmter Glasbläser auf den Gedanken, diesen schönen Baumschmuck zu entwickeln und aus zartem Glas zu formen. Zuerst wurde nur eine einzige Kugel aus Glas hergestellt, kurze Zeit später folgten schon mehrere Dutzend Kugeln in ganz unterschiedlichen Farben und Größen. Doch erst rund 30 Jahre später fand die klassische Kugel auch ihren Weg in die großen Kaufhäuser ihrer Zeit, wobei die USA hier als Vorreiter für den kommerziellen Verkauf fungierte. Schon bald wurde die Christbaumkugel zu einem beliebten Accessoire am heimischen Weihnachtsbaum, so dass die Produktion mehr und mehr erweitert werden musste. Etwa bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Kugeln ausschließlich in Lauscha produziert, von diesem Zeitpunkt an nahmen auch andere Länder die Herstellung auf. Bis heute allerdings stammen Christbaumkugeln nach der traditionellen Herstellung aus Lauscha, sie haben nichts an Beliebtheit verloren. Dafür sorgt auch die große Auswahl in allen Formen und Farben, die sich jedes Jahr ein wenig der gängigen Mode anpassen.

Die traditionelle Herstellung folgt einer überlieferten Kunst

Weihnachtskugeln aus Lauscha werden von Hand geformt. Sie sind mundgeblasen, für die manuelle Herstellung sind mehrere Schritte erforderlich. Zuerst wird der Glasrohling auf eine Temperatur von rund 800 Grad erhitzt, dazu wird er in eine Flamme gehalten. Danach formt der Glasbläser eine Kugel daraus, indem er den Rohling behutsam aufbläst. Die Veredelung besteht aus einer Silbernitratlösung, die von innen in die Kugel hineingespritzt wird. Erst danach werden die zarten Glaskugeln in den farbigen Lack eingetaucht und von Hand bemalt. Die gesamte Herstellung erfordert großes handwerkliches Geschick und die nötige Erfahrung. Auch Geduld und eine ausgemachte Liebe zum Detail sind unbedingt erforderlich. Noch am Ort der Herstellung werden die kleinen Kugeln liebevoll verpackt und treten von hier aus ihren Weg in die ganze Welt an.

Im Glasmuseum Lauscha ist die hohe Schule der Glasbläser zu bestaunen

Das ganze Jahr über ist das Glasmuseum in Lauscha die beliebte Anlaufstelle für Besucher, die sich mit der Kunst der manuellen Herstellung von Glaserzeugnissen beschäftigen wollen. Das Museum öffnete seine Türen zum ersten Mal im Frühjahr 2014 und lockt seit diesem Zeitpunkt Menschen an, die sich im Thüringer Wald die schönsten Glaserzeugnisse aus traditioneller Herstellung ansehen wollen. Über 100 Jahre Geschichte sind in diesem ältesten der deutschen Spezialmuseen zu finden, denn den Werkstoff Glas bringt man seit jeher traditionell mit dem Standort Lauscha in Thüringen in Verbindung. Die Herstellung von Glaserzeugnissen nach den authentischen Verfahren der überlieferten Farbglashütte steht dann auch im Mittelpunkt eines jeden Besuchs. Hier finden sich historische Gläser neben Erzeugnissen der heutigen Zeit, so dass sich dem Betrachter eine wunderschöne Verbindung von Tradition und Zukunft bietet. Außerdem hat man die Möglichkeit, die Schmelzung und Verarbeitung von Glas nach der überlieferten Form zu beobachten. Abgerundet wird der Besuch durch die moderne Präsentation von verschiedenen Glasarten wie Hüttenglas, Lampenglas, Christbaumschmuck, Augenheilkunde oder Studioglas. Der interessierte Besucher findet im Glasmuseum in Lauscha also nicht nur eine Ausstellung des schönsten Christbaumschmucks, sondern viele weitere Exponate aus der hohen Schule der Glasproduktion und Verwendung.

Auf dem Lauschaer Kugelmarkt steht die Weihnachtskugel im Mittelpunkt

Jedes Jahr im Dezember steht die Stadt Lauscha im Mittelpunkt der vorweihnachtlichen Freude, wenn der Kugelmarkt seine Türen öffnet. Hier bieten die Hersteller ihre Produkte an, wobei sie die traditionelle Kunst nicht nur für den Besucher präsentieren, sondern nach allen Regeln der Kunst zelebrieren. Der Kugelmarkt hat alle Elemente eines Weihnachtsmarktes, deshalb können die schönen Kugeln an den einzelnen Ständen bewundert und erworben werden. Doch da Lauscha seit jeher bekannt ist für die traditionelle Produktion von Weihnachtskugeln, finden sogar Reisegruppen ihren Weg in den Thüringer Wald, um sich über die Herstellung zu informieren und um die schönsten Kugeln aus ursprünglicher Produktion zu bewundern. Bis heute haben sich Farben und Formen nur wenig verändert, wobei sich die Bemalung und die Muster in jedem Jahr der gängigen Mode anpassen. Heute gibt es die hübschen Weihnachtsbaumkugeln einfarbig oder gemustert, in Mini- und Maxigrößen, als Fenster- und Baumschmuck und in allen erdenklichen Farben. Besonders schön sind die kunstvoll verzierten Kugeln, die von Hand bemalt werden, so dass jedes Stück ein Unikat ist.

Mehrere Traditionshersteller vor Ort

Bis heute ist Lauscha der Standort vieler Produzenten, die ihre Meisterwerke nach der überlieferten Art und Weise fertigen. Die Kugeln sind handgeblasen und gemalt, so dass kein Element dem anderen gleicht. Mehrere Hersteller verkaufen ihre Kugeln nicht nur ab Werk beim traditionellen Kugelmarkt, sondern auch in eigenen Onlineshops, so dass man nicht unbedingt nach Thüringen fahren muss. Zu den bekanntesten Produzenten gehört die Krebs Glas Lauscha GmbH. Das Unternehmen steht seit 1992 für die Herstellung von handgefertigten Weihnachtsbaumkugeln aus Lauscha und führt damit eine jahrhundertealte Tradition fort. Auch die Farbglashütte Lauscha – ebenfalls bekannt als Elias Glashütte – gehört zu diesen alteingesessenen Unternehmen, die die traditionelle Kunst in zeitgemäßen Produkten vereinen. Die Elias Glashütte gibt es bereits seit über 160 Jahren, wobei sich an der Liebe und Hingabe für die überlieferte Produktion bis heute nichts geändert hat.